Ein dumpfes Dröhnen begleitet die Familie in den Schlaf. Es wummert, faucht, zischt und knallt. Es sind die Geräusche einer Fabrik, die Tag und Nacht produziert. Nur: Diese Fabrik produziert Leichen. Die Familie ist die Familie von Rudolf Höß, von Mai 1940 bis November 1943 Lagerkommandant des Vernichtungslagers Auschwitz. Familie Höß lebt ein bürgerliches Leben. Sie erschafft sich ein Paradies mit blühendem Garten, sommerlichem Vergnügen im Pool und Baden im Fluss. Der Film liefert eine nüchterne Schilderung des Alltags von Rudolf Höß, seiner Ehefrau Hedwig und den fünf Kindern. Die Gleichzeitigkeit des Grauens und des Familienidylls ist zutiefst verstörend.
Der Film schlägt ein neues Kapitel in der Erinnerungskultur auf, in dem er die Zuschauenden in den Abgrund unserer Zivilisation hineinführt. Aus der Perspektive der Täterinnen und Täter zeigt er, dass diese ein bürgerliches Idyll leben können. Er stellt die Frage danach, wie es für Menschen möglich sein kann, in direkter Nachbarschaft zu einer Tötungsfabrik zu leben und jegliches Gefühl für das absolute Grauen, das sich vor ihren Augen und in ihrer Verantwortung abspielt, zu verlieren. Eine Blaupause der Banalität des Bösen.
